#52Games | 02 #Kälte | Stack Attack

Uuuund weiter geht’s! :)

Mein Beitrag Nummer zwei zu 52Games, diese Woche mit dem Thema "Kälte". Dieses Wort kann sich ja nun auf tatsächliche oder metaphorische Kälte in einem Videospiel beziehen oder aber auf die Situation, in der sich der Spieler (das wäre hier dann ich) befindet.

Letzteres ist der Fall:

Zu meinem elften Geburtstag, das war 2003… bitte was? 2003?! Vor neun Jahren. Meine Güte, was sich seitdem alles… okay, da bekam ich also mein erstes Handy zum Geburtstag, ein kleines blau-graues Siemens A55 mit monochromem Display und Pixelkrieg-führendem „Watt? Wer bist du denn?“ - Hintergrund. Zwei Spiele waren drauf, Wacko und Stack Attack.

Stack Attack. Ich weiß nicht mehr, wie viele Stunden meines jungen Lebens ich damit verbracht habe. Das war aber auch sowas von von cool! Man hatte zwar einen Gameboy, aber dass man mit einem so kleinen Ding, mit dem sich gleichzeitig auch noch „telen“ und „simsen“ ließ, so ein geiles Spiel unterwegs (!!!1) spielen konnte… - da rollte sich ja das bauchfreie Top noch höher und Alexander Klaws im Radio verstummte vor Neid.

Das Thema war Kälte oder? Ja, also.

Als ich im fünften Schuljahr war und das Handy schon einige Zeit besaß, war es an einem Tag sehr kalt. Ich kam von der Schule nach Hause und stellte, nachdem ich vom Stack Attack - Spielen abgelenkt beinahe gegen einen Baum gelaufen wäre, fest, dass niemand daheim war.

„Und denk an den Schlüssel, ich komme heute später heim“, hatte Mama gesagt. „Jaja“, und schon war ich wieder in mein Handy vertieft gewesen.

Okay. Eisige Kälte, zu dünne Jacke und kein Schlüssel, um ins Warme zu gelangen. Aber ein geiles Spiel in der Hand, so schlimm konnte es also nicht werden. Dachte ich. Und machte mich mal wieder an Stack Attack, das so funktioniert:

Man spielt einen kleinen Bauarbeiter, der sich nach links und rechts bewegen lässt (Tasten 4 und 6) und hoch springen kann (Taste 2). Auch Sprünge, mit denen sich zwei Felder auf einmal nehmen lassen, sind möglich (Tasten 1 und 3). Am oberen Bildschirmrand fahren Kräne entlang, die Blöcke abwerfen. Der Bauarbeiter kann diese Blöcke nun verschieben oder von unten „kaputt springen“. Reagiert man zu spät oder falsch, ist er platt. Wie das halt so ist auf dem Bau.


Stack Attack auf dem Siemens A55


Ziel des Spiels ist es, ähnlich wie bei Tetris, Reihen zu füllen, die sich dann abbauen. Und das macht verdammt nochmal süchtig.

Ich saß also vor der Tür des warmen Hauses und zitterte vor Kälte, sodass ich die einzelnen Tasten kaum noch richtig drücken konnte. Und es hat trotzdem Spaß gemacht. Über eine Stunde auf steinhartem Boden bei gefühlten -10°C in einer dünnen Sweatjacke (und mit knurrendem Magen!) lassen sich die besten Rekorde schaffen, wie ich feststellte.

Als meine Mama dann endlich nach Hause kam, konnte auch eine heiße Gemüsebrühe mit Nudeln eine unschöne Erkältung nicht mehr verhindern. Aber immerhin wurde mir beim krank-im-Bett-liegen nicht langweilig…